A+ R A-

Okinawa Report April 2013

  • Zugriffe: 2855
  • 02 Mai

Übungen mit Chiishi werden meist im Chiko-Dachi ausgeführt. Es kommt darauf an, zusammen mit dem Gewicht in den Chiko-Dachi zu fallen („Taiotoshi“ [体落とし]). Auf diese Weise übt man das blitzartige Spannen des gesamten Körpers. Außerdem soll die Aufmerksamkeit während des Übens nicht auf die Arme, sondern auf die Seiten („Waki“ []) und auf den „Hara“ () gelegt werden. Diese Übungen sollen so die Spannung (der Seiten), wie sie z.B. in der Kata Sanchin verlangt wird, verbessern. Auch die Griffkraft der Hände und die Kraft der Unterarme wird verbessert.

 

Es wird immer nur eine Chiishi zur gleichen Zeit benutzt. Allerdings gibt es sowohl einhändige , als auch beidhändige Übungen.

Ein weiteres „traditionelles“ Trainingsgerät sind die sogenannten „Ishisashi“ (石錠), was auf Deutsch „steinerner Verschluss“ bedeutet. Es wird erzählt, dass diese (bzw. ähnliche) Gegenstände vor vielen Jahren als Schlösser benutzt wurden. Thilo 2013 4 2

Wie der Name bereits sagt, sind die ursprünglichen Versionen dieser Hanteln aus Stein. Eine Hantel wiegt 5kg. Auch neuere Versionen aus Eisen werden inzwischen ebenfalls benutzt. Diese wiegen etwa gleich viel oder etwas weniger.

Es werden jeweils zwei gleich schwere Hanteln zur selben Zeit benutzt, eine in der rechten und eine in der linken Hand. Die Übungen sollen vor allem die Handgelenke (Kraft in den Händen und Unterarmen/ Schultern) stärken. Es handelt sich dabei größtenteils um Bewegungen aus den Kata.

Auch hier gilt es wieder die Aufmerksamkeit auf den Hara und die Seiten zu lenken.

Auch beim folgenden Trainingsgerät geht es vor allem um die Griffkraft (Hände/ Unterarme).

Nigiri Game“ (握りかめ) oder auch „Sanchin Game“ (三戦かめ) werden diese vasenartigen Gegenstände genannt, die einen besonders dicken und stabilen Rand besitzen, sodass sie gut mit den Fingern zu greifen sind.

Der Name bedeutet in etwa „Vasen zum Greifen“ oder „Sanchin Vasen“.

Thilo 2013 4 3

Den Erzählungen nach wurden diese Vasen ursprünglich zum Transport von Wasser oder Sake verwendet. Im Museum sind Versionen ausgestellt, die besondere Schlaufen aufweisen, sodass man daran etwa ein Seil oder ähnliches befestigen konnte, sodass man die Vasen z.B. mit einem Stock über die Schultern tragen konnte.

Noch heute sind solche Behältnisse in einigen Restaurants zu finden. Sie beinhalten in der Regel Sake!

Die Übungen bestehen meist daraus, diese Vasen (sie wiegen 5kg oder mehr), auf einer bestimmten Weise mit den Fingern zu halten, während man im Chiko Dachi oder im Sanchin Dachi Bahnen läuft. Natürlich ist auch hier der die Körperspannung (wie in der Kata Sanchin) essentiell.

Wieder eine Hantel aus Stein ist die Folgende. „Maisa“ (丸石) nennt sich dieser runde Stein und tatsächlich – der Name bedeutet genau dies: „Runder Stein“!

Dieses Trainingsgerät weist ein wenig Ähnlichkeit mit den sogenannten „Atlas Steinen“ auf, allerdings ist der Maisa um einiges leichter (ca. 30kg) und besitzt außerdem zwei hölzerne Griffe.

Bei den Griffen handelt es sich aber nicht um einen langen Stab, der zu beiden Seiten heraus steht, sondern um zwei separate Griffe, die nicht mit einander verbunden sind. Man könnte sagen, dass sie ein wenig lose sind. Das zwingt den Übenden dazu, die Kraft nach innen zu konzentrieren, also quasi die beiden Griffe in den Stein hinein zu drücken, damit diese sich nicht lösen. Die Kraft wird nach innen konzentriert, die Seiten sind geschlossen – wie in der Kata Sanchin.

Thilo 2013 4 4

Übungen mit dem Maisa werden meist im Chiko Dachi ausgeführt. Der Hara spielt eine große Rolle.

Das auf dem unteren Bild zu sehende Gerät wird als „Tan“ () bezeichnet, was soviel wir „auf die Schultern legen“ bedeutet. Es weist eine gewisse Ähnlichkeit mit einer Langhantel auf, allerdings sind die Gewichte an beiden Enden eines Tan fest angebracht und können nicht heruntergenommen werden. Auch der mittlere Teil, der Stab/ die Stange ist in der Regel aus Holz und um ein mehrfaches dicker als eine Langhantelstange.

Thilo 2013 4 5

Ein Tan wiegt weniger, als man vermuten mag. Genaue Daten sind mit hier nicht bekannt,, aber ich schätze das Gewicht dieses Gerätes auf 10kg bis 20kg.

Als letztes Gerät möchte ich hier das „Kongoken“ (金剛圏) vorstellen. Es ist bekannt, dass Chojun Miyagi Sensei dieses Gerät im Jahre 1934 auf Hawaii entdeckte, mit nach Okinawa brachte und von da an in die Reihe der Hojo Undo Geräte mit aufnahm.Thilo 2013 4 6

Wörtlich bedeutet Kongoken „harte goldene Sphäre/ Kreis“.

Das Kongoken ist extrem schwer. Auch hier kann ich nur schätzen (ca. 30kg – 60kg).

Man kann zusammenfassend sagen, dass bei den Übungen der Hojo Undo, bzw. Kigu Undo, im Gegensatz zum herkömmlichen Krafttraining, nicht etwa einzelne Muskeln gezielt trainiert werden, sondern vielmehr die Techniken aus den Kata geübt und verbessert werden.

Stets ist es wichtig die Spannung im Tanden, im Hara zu bewahren. Alle Übungen werden unbedingt von einer tiefen und starken Atmung begleitet.

Übrigens: Die Makiwara zählen auch zu den Hojo Undo/ Kigu Undo!

Das war’s auch schon wieder von mir für den Monat April!

Ich hoffe, ich konnte euch einen Einblick in die Welt des Hojo Undo und Kigu Undo verschaffen und eure Neugier auf Übungen dieser Art wecken!

Einige Übungen, mit einigen der oben beschriebenen Geräte könnt ihr euch hier anschauen:

http://www.youtube.com/watch?v=VK_h3wlH8mk

Herzliche Grüße in die Heimat,

Thilo