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Wir trauern um unseren Lehrer

Nöpel

Mit großer Bestürzung haben wir vom Tod unseres Lehrers Hanshi Fritz Nöpel erfahren. Am 19. November 2020 verstarb er im Alter von 85 Jahren. Nöpel wurde am 03. November 1935 in Breslau geboren und begann nach seiner Bergmanns-Lehre in Dortmund ein Studium zur Bergbautechnik in Schweden. Als er von 1954 bis 1957 mit dem Fahrrad in der Welt auf Entdeckungsreise ging, kam er damals auch nach Japan und Sri Lanka, wo er 1956 in Colombo das erste Mal mit der Sportart in Kontakt kam. 1957 entschied er sich, längere Zeit in Japan zu bleiben und lernte bis 1967 das Goju-Ryu-Karate beim Meister Tomoharu Kisaki, mit dem er bis zu dessen Tod eine enge Freundschaft pflegte.

Im selben Jahr kehrte er mit seiner Frau und seiner Tochter nach Deutschland zurück und gründete wenige Zeit später das erste Goju-Ryu-Dojo Deutschlands. Wenige Jahre danach folgte 1972 die Gründung des „GKD Goju-Ryu-Karate“, dessen Präsident Nöpel 24 Jahre lang war.  
Im Jahr 1986 rief er zusammen mit dem Belgier Harms und dem Niederländer de Spa die „Europäische Goju-Ryu-Karate Federation“ ins Leben und wurde zugleich vom Deutschen Karate Verband zum Bundesprüfer-Referenten berufen, dessen Amt er 30 Jahre lang innehatte.  
2016 wurde ihm nicht nur die DKV-Platin-Nadel verliehen, er konnte auch auf 60 Jahre Karate zurückblicken, und den höchsten Dan-Grad entgegennehmen, sondern es wurde ihm auch der höchste Titel „Hanshi“ verliehen.

 "Wer glaubt, etwas zu sein, hat aufgehört, etwas zu werden" (Sokrates) 

„Ich finde, das stellt Fritz' Persönlichkeit passend dar. Er hat sich nie als jemand Besonderes oder Besseres gesehen“, erinnert sich Dojo-Leiter Christian Feldmann. „Er war immer neugierig. Er wusste, dass es immer noch Neues zu entdecken und zu lernen gab. Das hat er im persönlichen Kontakt und auf den Lehrgängen auch vermittelt. Dabei hat er unter den Menschen keine Unterschiede gemacht. Jeder war ihm willkommen, ob Anfänger oder hoher Dan-Träger.“

Auch zu unserem Verein hegte er, insbesondere durch seinen ehemaligen, bereits verstorbenen Schüler Uli Schlee eine Freundschaft, die wir bis zum Ende sehr geschätzt aben. Der Lehrgang, den er jedes Jahr in unserer Stadt gab, wie auch der jährliche Lehrgang in Kamen war immer etwas, worauf wir uns sehr gefreut und immer fest eingeplant haben und was wir, zusammen mit Fritz Nöpel selbst, in Ehren halten werden. 

Nun ist er verstorben und verbeugen uns vor ihm als Meister, aber auch als Mensch – ein letztes Mal.